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Da bereits 2016 Didi und ich das Radurlaubblut geleckt hatten, sollte es auch 2017 wieder im Sattel auf Tour gehen. Eigentlich war eine Route geplant, die gute 1645km ergeben sollte. Geplante Fahrzeit ca. 3 Wochen plus entsprechender Aufenthalt beim Opa in Südungarn. Doch aus zeitlichen Gründen wollte ich dann eigentlich nur noch mit den Eltern per Auto zum Opa mitfahren, um so lange wie möglich vor Ort zu sein. Doch musste ich schnell feststellen, dass es ohne die große Radeltour doch nicht geht, da ich dieses Jahr sehr aktiv bin. Somit habe ich meinen Trip auf die Strecke von 2016 beschränkt. Nach kleinen Abänderungen der Tagesetappen vom Vorjahr kam ich auf theoretische 880 Gesamtkilometer in 9 Tagen. Aber letztlich zählt der Endkilometerstand bei der Zielankunft cool

Anreise von Chemnitz zum Startpunkt in Passau

   

Am 29. August - 16 Tage später als 2016 - war es dann endlich so weit smile Leider blieb es packtechnisch gleich der Kombination wie 2016, obwohl ich eigentlich nur die zwei größeren Packtaschen hinten benutzen wollte. Aber lieber die einzelne Tasche nicht zu viel bepackt und das Gewicht auch etwas nach vorn verteilt als dann alles hecklastig mitführen zu müssen. Da ich mir nach der Tour 2016 doch 4 neue Taschen eines deutschen Herstellers beschaffte, war ich sehr gespannt darauf, wie sie sich auf solch einer Reise bewähren würden. Nach den letzten Besorgungen (Verpflegung für die ersten Tage, Fahrradticket) sowie gefühlt 10-fachem Umpacken der Taschen war der frühe Abend bereits angebrochen. Nun musste ich mich nur noch entsprechend anziehen, um später bei der Ankunft in Passau startklar zu sein. Diesmal ging es nämlich nicht am frühen Morgen gegen 5:55 Uhr, sondern erst am Abend 18:55 Uhr per Zug von Chemnitz nach Passau, das gute „Eisenschwein“ im Schlepp. Dies rührt daher, dass tagsüber eine Gleisbaustelle mittels Bus als SEV umfahren wurde und ich es nicht riskieren wollte, mit dem Rad samt Gepäck nicht mitgenommen werden zu können und erst so spät die Züge wieder an dieser Stelle durchfuhren. Es wurde allerhöchste Eisenbahn. Es war bereits nach 18:00 Uhr und die Schlüssel wollten bei der Schwester abgegeben werden, die bereits auf mich wartete. Sie gab mir noch paar paar Utensilien mit, die ich schnell noch einpackte. Es war mittlerweile 18:30 Uhr und wann fährt der Zug nochmal surprised

  

Aber auf einem voll bepackten Radel rollt es sich eigentlich gar nicht so schlecht und somit kam ich rechtzeitig zum Hauptbahnhof wink Eine direkte Zugverbindung gab es nicht, somit musste ich in Hof, Nürnberg, Regensburg und Plattling umsteigen. In Hof hatte ich leider die "Allerwertesten"-Karte, dass es beim zweiten Zug kein Niederflurfahrzeug war. Somit half mir ein Syrier beim Fahrrad Reinheben. Ein anderer Syrier half mir dann in Nürnberg beim Ausstieg – ich habe mich jeweils herzlichst bedankt, auch wenn es mit Deutsch oder Englisch nicht so klappte und es funktionierte trotzdem innocent Die anderen Züge ließen einen einfachen Ein- und Ausstieg problemlos zu. Auch alle Fahrstühle waren ausreichend groß und funktionstüchtig – ist erfahrungsgemäß nicht immer so yell Auch diesmal klappte es mit allen Zugverbindungen und ich kam nach guten 7 Stunden Fahrt pünktlich 2:05 Uhr in der Nacht in Passau an.

  


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1. Reisetag – von Passau nach Molln (120 km)

  

Da ich im Voraus schon überlegt hatte, was ich ab 2:05 Uhr in Passau machen werde, blieb der Entschluss, einfach in der Nacht zu starten. Ich gebe es zu, es ist schon etwas komisch, ganz allein auf dem Donauradweg bei Dunkelheit unterwegs zu sein, vor allem, wenn das Fahrradlicht auf einmal Mätzchen macht und ich den Fehler während der Fahrt erstmal finden musste und glücklicherweise ohne Werkzeug beheben konnte - es war nur das komischerweise auf Spannung gezogene Stromkabel vom Dynamo zum Frontscheinwerfer, welches nur gelockert werden musste. Ab dann hatte ich definitiv wieder den „Durchblick“ auf die Straße. Aber bis dahin war es manchmal schon etwas schwierig, mit dem wenigen Licht auf Kurs zu bleiben. Aber nach der „Reparatur“ erkannte ich dann auch einige Stellen vom Vorjahr wieder.

  

Kurz vor 6:00 Uhr ging dann so langsam für mich (endlich!) die Sonne auf, dies war kurz nach der Schlögener Schlinge. Es ist schon erstaunlich, das sogar die Donau in der Nacht zu schlafen scheint, so spiegelglatt die Wasseroberfläche war. Leider machten es die auch um diese Zeit fahrenden Reiseschiffe leider zu nichte und es kamen dann schon ordentliche Wellen ans Ufer. Aber auch hier war ich noch immer allein unterwegs und erfreute mich dann einer glücklichen Begegnung mit einem Biber, den ich natürlich unbedingt fotografieren musste! Dank der Helligkeit konnte ich auch die vielen kleinen Donauarme sowie Biotope mit den verschiedenen Vögeln bewundern. Bei der Fähre Sylvia am Campingplatz Kaiserhof gab es für mich dann erstmal Frühstück (denn der Magen knurrte nicht nur, er brummte regelrecht!) - 2 Bananen mussten erstmal reichen.

  

  

Es war schnell klar, es sollte ein schöner erster Reisetag werden. Bei Aschach ergab sich ein wunderschöner Anblick von „Bodennebel“ über der Donau. Praktisch noch immer allein unterwegs kam ich dann zur Fähre von Ufer nach Ottensheim, bei der ich dann durch das Warten sogar auf dem Rad im Stehen kurz weggenickt bin. Über 24 h wach sein und die 7 h Zugfahrt sowie schon 85 km unterm Hintern zollen irgendwann ihren Tribut. Auf der anderen Donauseite angekommen, wurden am Brunnen erstmal die zwei kleinen Flaschen wieder „aufgetankt“. Danach ließ Linz gar nicht lange auf sich warten. Gegen 10:00 Uhr und bereits 100 km unterm Popo war ich auf dem Linzer Hauptbahnhof angekommen. Ja, Bahnhof. Aus Zeitgründen habe ich die einzige Ausnahme eingeräumt, nach Molln zu Toni und Co mit dem Zug zu fahren. Die eine Stunde Wartezeit bis zur Abfahrt nutzte ich im sonnigen Warteraum, um mich und vor allem die Füße wieder aufzuwärmen, das tat gut! Und ich konnte einen Zwischenstatusbericht an Familie und Freunde verschicken.

  

  

  

11:00 Uhr ging es dann wieder weiter mit dem Zug, zum Glück nur eine knappe Stunde Zugfahrt und der Himmel war noch immer blau und fast wolkenlos. In Klaus an der Pyrnbahn angekommen, ging es dann auf die letzten 17 km für den ersten Tag. Erstaunlicherweise erwies sich der Steyertalradweg als relativ eben und bot viele schöne Aussichten – der "Ärger" darüber wird noch folgen yell Somit waren die kleinen Anstiege völlig unproblematisch und ich war sogar gegen 13:15 Uhr schon beim Toni in der Werkstatt angekommen. Sogar David vom Pfingsttreffen war da und schraubte gerade an seinem Taiga. Flori, der sich schon sehr freute, begrüßte mich ebenso herzlich. Zwischendurch spielte ich den Aufpasser und "sang" sogar der kleinen Lina ein paar Kinderlieder vor, die ich noch zusammen brachte. Aber das "Grün, grün, grün sind alle meine Kleider..." hatte ihr wohl doch gefallen, da Lina es immer wieder sang laughing Nach und nach wurde es immer voller und die ersten Plauderstunden mit der Oma, Flori, Lina, Bettina, Sabine und Kurtl konnten beginnen, während Toni noch am Schaffen war. Am Abend ging es schnell nochmal auf den Berg zu einer Offroad-Runde, also der kleinen Lina scheint das wirklich zu gefallen, sehr gut!

  

Da Mecki und Tamara vom Urhof leider selber mal Essen gehen wollten, gab es zum Abend dann leckere Pizzen und einen "edlen" Tropfen in Tonis Sommerresidenz. Auch Karina kam nach getaner Arbeit dazu und verklickerte mir dann mal so ganz nebenbei, dass es für mich am nächsten Tag vom Fahrrad- in den Pferdesattel gehen sollte. Ich schnell gegrübelt, ob davon vorher schon einmal die Rede war? Karina meinte „JA natürlich!“ innocent Naja, dann „mussten“ Flori und ich uns einigen, zu welchem Termin wir da gehen wollen, 9 oder 10 undecided Aber um dies zu verinnerlichen, brauchte ich dann doch den einen und anderen Schluck vom Nußschnapps. Hatte ich ja schon 10 Jahre nicht mehr auf einem Pferd gesessen surprised

Es wurde zu schnell wieder Zeit für die Heia und nach dem Aufräumen, frisch Machen ging es für mich dann auch ins wohnwagenliche Schlafgemach. Flori schlief dann schon auf der Couch ein, statt mit im Wohnwagen zu pennen smile


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3. Reisetag – von Linz / Camping Ausee nach Melk (96 km)

Eigentlich wollte ich ja bei Zeiten (7:00 Uhr) aufstehen, um nach hinten raus mehr zeitliche Reserven zu haben. Doch es war so kuschelig warm im Schlafsack, dass ich es doch erst gegen 8:00 Uhr schaffte, aufzustehen. Die Campingbetreiberin kam auch gleich und sammelte die Übernachtungsgebühren ein. Ich packte dann weiter zusammen und gegen 9:30 Uhr ging es dann endlich los. Denn Jogi hatte am heutigen Freitag zum Glück schon gegen Mittag Feierabend und wollte mich am heutigen Zielort, dem Campingplatz an der Schiffsanlegestelle in Melk nochmal treffen (denn die 3 Stunden am Vorabend können bei uns zwei Quatschboxen als "Null und nichtig" abgerechnet werden laughing). Doch die grob 95 km mussten schließlich erst einmal geradelt werden und wer weiß, was unterwegs alles noch passieren kann?

  

Im Gegensatz zum Vorjahr bog ich diesmal beim Kraftwerk Abwinden auf die linke Uferseite ab. Dies zeigte sich als die bessere Wahl laughing im Vergleich zum anderen Teilstück bis zur Fähre Enns – Mauthausen. Durch kleinere Ortschaften kam ich zwar etwas weg von der Donau, aber dies war mal eine gute Abwechslung. Ab Mauthausen ging es wieder direkt an der Donau entlang. Aber erstmal war Luftaufpumpen angesagt! Ich hatte keinen Platten, auch nicht fast keine Luft, aber 5 statt 3 bar rollen sich einfach besser wink

   

Beim Wasserkraftwerk Wallsee blieb ich diesmal auch auf der linken Uferseite statt nach rechts zu wechseln. Doch vorher hatte ich noch am fahrradfreundlichen Imbiss am Brunnen die zwei kleinen Flaschen aufgefüllt, die ich sogar während der Fahrt greifen und daraus trinken konnte! Eine Dame mit Auto wartete dann auch schon, um ihre sechs Flaschen auffüllen zu können. Vom Kraftwerk Wallsee ging es wieder etwas ab ins Ländliche. Noch immer war es grau und frisch draußen. Also wurde leider mein vorsorglich angezogenes Lada-Trikot Dank übergezogener Windjacke nicht wirklich zum Hingucker. Während meiner „Mittagspause“ nach schon 35 km schlug es leider in Regen um, was das Fotografieren im Folgenden auch einschränkte yell Gerade dort, wo seit einigen Jahren eine mobile Hochwasserschutzmauer installiert ist, denn ich befand mich im Hochwasserschutzgebiet Machland,  wo bereits 252 Häuser abgesiedelt wurden, um der Donau wieder ihre ursprünglichen Freiflächen zurückzugeben. Also schnell die Regenhose und –jacke angezogen und weiter ging es. Es ging durch auenähnliche Landschaften und Felder, bevor es wieder ans Donauufer ging. Sogar eine Eisenbahnlinie verlief parallel zum Radweg.

  

  

In Grein versuchte ich, das verlorene Distanzstück zu bekommen. Leider hatte der dortige Fahrradladen diese Teile nicht vorrätig, also ging es gleich wieder weiter. Jedoch entschädigte der Anblick der in Wolken eingehüllten Berge. Auch hier blieb ich weiter auf der linken Seite. Viele meiden dieses Stück bis Ybbs, da man teilweise auch auf der Straße fahren muss. Ich empfand es als nicht so schlimm, der Regen nervte mehr! Man radelte an schönen kleinen Wochenendresidenzen vorbei und auch hier fuhr ich fast alleine. Da ich noch immer linksseitig fuhr und in Marbach an der Donau es zu einer schönen Umleitung durch kleine feine Gassen ging, kam ich zufällig an einem Fahrradladen vorbei, in dem mir geholfen werden konnte. Aufgrund des „schönen“ Wetters war keine Kundschaft weiter da, so konnte ich mich ein wenig unterhalten und dabei gleich etwas aufwärmen und "trocknen" wink

 

Doch es waren noch 15 km zu radeln bis zum Tagesziel und Jogi war sicherlich auch nicht mehr weit entfernt. Da ich dann doch gut in der Zeit lag, konnte ich im Regen in aller „Ruhe“ das Zelt aufbauen, mich frisch machen und schon mal im Gasthaus Platz nehmen und als halber Ungar dann sogar mit dem Kellner und seinem Kumpel etwas Ungarisch schwatzen laughing, bis Jogi kurz darauf dazu stieß. Die Fortsetzung vom Vorabend konnte weitergeführt werden und wir verbrachten wieder gemeinsam einen super Abend, bevor er wieder gen Heimat fuhr und ich es mir wieder im Schlafsack gemütlich und die Augen zu machte. Auch hier gilt mein bester Dank an Jogi, dass er es sich zeitlich einrichten konnte, sich mit mir treffen zu können - wir "Quatschboxen" müssen schließlich zusammen halten coolinnocentlaughing


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2. Reisetag – von Molln nach Linz / Camping Ausee (41 km)

Natürlich gibt’s in Molln den perfekten Flori-Weckservice, wenn das Frühstück fertig ist. So startete die gesamte Familie Kores mit mir den neuen Tag, bevor die „Jugend“ sich gestärkt auf die Räder machte und zur Karina auf den Hof düste. Zunächst hatte ich die Ehre, Karinas Mutti kennen zu lernen und ein wenig mit ihr zu plaudern, nachdem ich mit "Das ist der Tamás, der Obmann vom deutschen Lada Taiga Club, der aber selber keinen Taiga hat!" von Karina vorgestellt wurde wink Dann ging es ein wenig durch die Ställe - es gibt viel zu sehen! Endlich hatte ich die Möglichkeit, eine Kuh streicheln zu können! Da die Großen nicht so recht wollten, ließ ein Kalb sich umso mehr und gerne von mir streicheln laughing Auch Minischwein "Rüssel" freute sich über jede Krauleinheit. Da ich von der vierköpfigen Reitgruppe sogar der größte war, bekam ich auch das „größte“ Pferd, Norikerstute Susi – es war wie Liebe auf den ersten Blick embarassed Zuerst wurde zum gegenseitigen Beschnuppern jedes Pferd vom Reiter gebürstet. Wir machten auch gewisse Übungen. Für mich ging es sogar in den Trab! Sogar rückwärts umsetzen "mussten" wir uns – oder lag das vielleicht doch am Nußschnapps vom Vorabend? Aber auch hier ging die eine Stunde viel zu schnell rum und die nächste Reitgruppe stand schon in den Startlöchern und scharrte förmlich mit den Füßen. Für Flori und mich ging es auch erstmal zurück zum Mittagessen. Danach ging es diesmal in gescheitem Outfit (Lada-Trikot und kurze Radelhose) sowie komplett bepacktem Radel ein zweites Mal zu Karina, damit sie auch sieht, wie es die nächsten Tage bei mir weiter geht. Da staunte sie nicht schlecht und meinte schon, dass ich mit dem Outfit hätte auf Susi sitzen müssen - das wird beim nächsten Mal (Weihnachtsfeier vielleicht?) nachgeholt laughing

   

  

Leider verging die Zeit auf dem Hof so schnell, dass man sich gar nicht alles hat erzählen können, was man hat alles erzählen wollen cry Ist ja immer so! Aber das Wollschwein und Zackelschaf habe ich zu meiner größten Freude zu Gesicht bekommen! Sogar der "Geheimauftrag" wurde von Karina und Mutti bravourös ausgeführt und mein kleiner Wunsch konnte somit erfüllt werden, worüber ich mich sehr freue laughing Doch irgendwann musste auch ich wieder weiter Richtung Linz. Mit Jogi hatte ich schon mehrmals gesimst, dass es bei mir entsprechend später werden würde. Ich verabschiedete und bedankte mich herzlichst für alles bei Karinas Familie. Somit ging's mit Flori schnell wieder zum Toni, wo wir noch ein paar offizielle Fotos schossen, bevor ich mich von der gesamten Familie verabschiedete und mich auch hier für die Gastfreundschaft herzlichst bedankte und gen Klaus a.d. Pyrnbahn radelte. Ein bisschen Wehmut kam bei mir schon auf, war die Zeit bei so tollen Menschen einfach wieder viel zu schnell verstrichen, wie ich auch bei meinen weiteren Treffen und Begegnungen immer wieder bemerken musste cry Auch Flori hatte sich gewünscht, dass ich länger bleiben würde.

  

Und wie heißt es doch so schön...? Die kleinen Sünden bestraft der liebe Herr sofort. Auch wenn ich nicht wirklich gläubig bin, irgendwie kam es mir vor, dass es wirklich so ist. Da ich nun doch später gestartet bin, entwickelte sich aus dem bis dahin wunderschönen blauen Himmel dann ein Regenschauer, der natürlich bis kurz vorm Bahnhof in Klaus anhielt auf den nur 17 km. Laut Bahnhofswärter soll es in Spittal sogar gehagelt haben! Die schönen Aussichten vorm Vortag waren dann doch nicht mehr so toll zum Fotografieren - hätte ich die Ausblicke doch am Vortag geknipst! Wäre ich halt zwei Stunden eher gestartet wie eigentlich geplant! Dafür hatte ich diesmal den Mini-Servicepunkt für Radfahrer entdeckt! Und zu allerletzt kam natürlich ein Zug, der mehrere Stufen hatte zum Ein-/Aussteigen. Das war vielleicht ein Gewürsche, um das Rad hinauf zu bekommen. Ich "lag" da ebenso schon auf der Treppe surprised Aber ich hatte es geschafft - ganz alleine!

  

In unmittelbarer Nähe von Jogi stieg ich dann nach einer 45 minütigen Fahrt wieder aus. Diesmal aber zuerst die hinteren Radtaschen abgehangen und das Radel rausgetragen und dann die zwei großen Taschen, perfekt!  Der Schaffner blickte wartend nach hinten und wartete auf mein OK - hatte super geklappt! Nach wenigen Minuten bei Jogi angekommen, war die Wiedersehensfreude auch hier wieder riesig und uns verschlug es der Einfachheit in ein nahe gelegenes Fast-Food-Restaurant tongue-out Die circa 3 gemeinsam verbrachten Stunden vergingen ebenso viel zu schnell (cry) und gegen 22:30 Uhr verschlug es mich bei wieder beginnendem Regen aufs Radel. Ich hatte zwar beim Packtaschen ans Rad Montieren bemerkt, dass ein Distanzstück verlustig gegangen ist, aber dies beeinflusste glücklicherweise nicht die Funktionstüchtigkeit der Halterung. Vorsichtshalber gab mir Jogi einige schnell gefundene Moosgummisflicken zum Selbstaufkleben mit, um damit ggfs. die große Toleranz zu überbrücken, wenn ich nicht an solch ein Teil als Ersatzteil kommen sollte.

  

Also ging es los zum ebenso idyllischen und mir au diesem Teilstück bekannten Traunradweg und dann wieder auf den Donauradweg zum Campingplatz Ausee außerhalb von Linz. Aufgrund des Regens und der guten Lichtanlage musste ich dann aus tierfreundlichen Aspekten bei den vielen Nacktschnecken und Fröschen dann meine Idealline auf dem Asphaltweg erstmal finden ohne den Anschein eines alkoholisierten Fahrradfahrers zu erwecken, was mir dann wohl doch ganz gut gelang! Wie Jogi schon erzählte, stimmte es wirklich. Der Konzern Voestalpine betreibt nahe des Donauufers eine große Anlage, bei der es wirklich den Himmel im Dunkeln erhellt. Auf dem Campingplatz angekommen, suchte ich die Zeltfläche, die ich dann irgendwann auch fand (aber zuerst in die falsche Richtung rollte mit der späteren Erkenntnis, dass die Zeltfläche gleich schräg gegenüber vom Eingang ist undecided) und sogar als einziger dort das Zelt schnell aufbaute und gegen Mitternacht dann endlich mein Tag auch zu Ende ging. Die circa 41 km auf dem Rad waren da ja praktisch zu vernachlässigen. Es war auf der bereits zweitägigen Tour nun die erste Nacht im Zelt, ich war gespannt, denn ich fürchtete eine sehr frische Nacht!


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4. Reisetag – von Melk nach Wien (120 km)

Neuer Tag, neues Glück oder anders gesagt, es regnet zumindest nicht (mehr) laughing Motiviert packte ich wieder alles beisammen und zog diesmal aber meine lange Radelkleidung an, denn es war doch frisch und die Windjacke nahm ich auch wieder hinzu. Als sich mein Fahrradnavi jedoch als „abgesoffen“ erwies yell, weil das Display auf der Innenseite nach dem Einschalten dann beschlug und die Touchfunktion dann nicht funktionierte. Doch ehe ich die guten alten Papierkarten rauskramen wollte, schaute ich zunächst aufs Smartphone, da ich dort in der Navi-App meine Route ebenfalls abgespeichert hatte und nur nachsehen wollte, auf welcher Donauseite ich habe fahren müssen – also bis Tulln rechts entlang und dann links rüber und bis Wien durch.  Das sollte auch so machbar sein – also Augen auf beim Schilderlesen, fertig cool

  

   

Nach dem fixen Fotografieren der Schiffsanlegestelle und des Stifts von unten heraus, ging es dann aktiv in die Pedale – es gab doch tatsächlich kleine Anstiege und Gefälle. Interessant war der eine Rastplatz, lauter Talbot- Fahrzeuge versammelten sich – die sind ja fast noch exotischer cool als wir LADAisten, bild ich mir ein – und rollte mit einem erfreuten inneren Grinsen weiter. Dann kam auch die immer als bildhübsche Landschaft beschriebene Wachau. Naja, das Grau am Himmel ließ es irgendwie nicht so strahlend dastehen, wie es gerne erzählt wird frown Da wir letztes Jahr dieses Stück jedoch auslassen mussten, war ich dennoch gespannt, was sich auf dem Stück entdecken lässt. Anfangs auf der rechten Seite ging es durch kleine Auwäldchen und später dann durch die Wein- und Obstfelder. Ab da habe ich mal die Action-Cam etwas ausprobiert und einige Videos gemacht, die hier zu sehen sind. (Achtung! Der Ton fehlt wirklich und sie laufen etwas schneller als Echtzeit ab.)

  

  

  

In Rossatz fanden zeitgleich die Vorbereitungen für die „Nacht der Stars“ statt. In Mautern wurden scheinbar irgendwelche Stars und VIP's einquartiert. Und wegen so einem Schmarrn haben wir Radler warten müssen, bis die Limousinen sich mal eingereiht haben und wir an denen vorbei konnten yell Naja, schnell wieder "beruhigt", ging es dann wieder weiter, bis ich eine ruhige Bank gefunden und erstmal die letzten Bananen und paar Müsliriegel als Mittagessen genoss. Immer wieder gab es parallel einige kleinere Donaunebenarme, die ebenso schön anzusehen waren. Hier ka ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, da wir alle drei den Abzweig nach rechts verpassten wink Auch am nie in Betrieb genommenen, einzigen österreichischen Atomkraftwerk vor Zwentendorf an der Donau kam ich vorbei, welches ich bisher nur aus Dokumentationen kannte und die davorliegende „Bärendorfer Hütte“ war trotz kaum weiterer Radler auf der Strecke gut besucht. Dennoch blieb es grau am Himmel und wärmer wurde es deswegen auch nicht undecided

  

   

Tulln zeigte sich im Bereich des rechten Donauradweges sehr hübsch und an der „Uferpromenade“ war auch viel Besucherverkehr zu verzeichnen. Sogar eine Bühne am Ufer war vorhanden. Doch auf der Donaubrücke beim Wechsel auf die linke Donauseite begann mein rechtes Knie zu schmerzen, zwar nicht dauerhaft, aber ab und an stichelte es. Also ein wenig Tempo rausgenommen, ging es den Dammweg entlang. Viele Angler und Wochenendhäuser gab es zu sehen, aber keine gescheiten Bänke. Also machte ich an einer kleinen Treppe dann mal meine Pause – und logisch – 500 m weiter kam doch tatsächlich endlich mal ein gescheiter Rastplatz. Auch auf diesem Stück gab es wieder eine Schleuse bei Greifenstein und kurz darauf fuhr ich auf einmal entlang der Autobahn. Konnte also Wien nicht mehr weit sein. Auch wenn der Donauradweg über eine Insel weiterging, blieb ich auf dem linken „Festland“. Doch zuerst half ich einem rüstigen Rentner (95 Jahre jung) mit seinem Fahrrad. An dem war aber alles bestens, kamen wir aber so ins Gespräch und wünschten uns beim Abschied gegenseitig alles Gute laughing

  

  

Entlang des linken Festlandes kam ich an einigen Imbiss-Stellen vorbei. Es gab auch immer wieder WCs (top! – ist nicht überall so!) und den einen und anderen offiziellen Grillplatz. Auch ein Sprayer-Event wurde durchfahren, bei dem die Brückenmauern wirklich verschönert wurden. Danach kam ich in eine Grillzone, bei der es wirklich alle 5 m einen Grill gab, an dem die Leute bruzzelten, sowas hatte ich live noch nie gesehen surprised

  

Gegen 18:30 Uhr kam ich dann noch rechtzeitig auf dem Campingplatz an, Gamsi kam nur wenige Minuten nach mir an und auch hier war die Wiedersehensfreude wieder groß. Wir gingen erstmal nach hinten auf die Zeltfläche, wo ich den alten Platz vom Vorjahr in Beschlag nahm und mit Gamsi dann fix mein Zelt aufbaute und einräumte. Dabei traf auch Gerhard ein und wir gingen dann vor zum Imbiss und plauderten über alles Mögliche. Gerhard konnte leider nicht zu lange bleiben. Aber auch mit Gamsi drehte sich die Uhr viel zu schnell und gegen 1:30 Uhr haben wir uns dann auch „schon“ das dritte Mal verabschiedet. Danach ging es für mich schnell noch in die Tankstelle, das erste Mal auf der Tour etwas an Lebensmitteln nachkaufen: Bananen, Zitronensaft, Eierwaffeln, Mohnstrudel, Instantnudeln mussten für die nächsten 5 Tage reichen wink Danach ging's nochmal schnell in die Nähe der Rezeption, denn nur dort gibt es Wlan und weil es wieder mit Regen anfing, ging es dann wieder fix ins Zelt und ab in den Schlafsack – hoffentlich hört es zum Morgen auf mit dem Regen?


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