Vom 11. - 13. Juni 2004 fand in Langenaltheim (Franken) das 6. Internationale Lada-Niva-Treffen statt. Wir packten bereits am Donnerstag unsere Sachen und fuhren frohgemut Richtung Süden. Bei strahlendem Sonnenschein herrschte auch bald „Saharafeeling“ in unserem Niva und der Schluck aus der Wasserflasche zwischen den Sitzen war bei über 40° C im Auto nicht mehr so richtig erfrischend. Im Kofferraum und auf dem Dachgepäckträger stapelten sich Ersatzteile (leider kein Luftfilter), Werkzeug und unser reichhaltiges Campinggepäck – alles klappersicher untergebracht. Nach siebenstündi-ger Fahrt kamen wir im Off Road Park Langenaltheim an und mußten feststellen, daß die meisten unserer Zeltnägel dem Kampf mit dem Untergrund nicht gewachsen waren – mit Müh und Not stand unsere Leinwandvilla dann doch, gleich erprobt durch ein aufziehendes Unwetter.


In der Nacht gingen ergiebige Schauer auf uns alle nieder, die den Untergrund in eine klebrig-„erhöhende“ Konsistenz brachten. Der Freitagvormittag stand ganz im Zeichen der Streckenplanung für den Trial. Dank Lionel und Marian wurden Parcours für „Normalos“ und „Verbesserte“ gesteckt, die es in sich hatten. Nach und nach füllte sich der Platz und man begrüßte fast nur bekannte Gesichter und „Zaumtiere“. Von knapp 200 Mitgliedern reisten leider nur etwa 30 Abenteuer-lustige an. Wo sind sie geblieben, die Mitglieder aus dem südlichen Raum?
Entdeckungsfreudig und voller Übermut machten wir uns daran, das Gelände mit dem Niva zu erkunden – ein „nicht er-wähnenswertes“ Schlammloch setzte uns dann die verbleibenden Tage außer Gefecht. Marian rettete unseren noch laufen-den Niva auf trockenen Grund – Vielen Dank nochmals! Fazit: Ein verschlammter Luftfilter und eine unwillige Lichtma-schine, dazu ein schlammig dekoriertes Cockpit – ungeahnte Wege durch Türdichtungen und Schalthebelöffnungen taten sich auf – forderten zeitaufwendigen Zuspruch. Der Lima war mit einem neuen Kohlehalter aus der Ersatzteilbox geholfen und am Sonntag stellten mir die Mehlitz-Brüder den Luftfilter aus ihrem Trialfahrzeug zur Verfügung – ein großes Danke-schön dafür!

Samstagmorgen konnten wir Herrn YEGOSHIN den PR-Direktor des Lada-Werkes in Togliatti, und Herrn NEZHIN, den offiziellen Werksvertreter in Deutschland auf unserem Treffen begrüßen. Danach begannen zeitgleich der normale und verbesserte Trial. Für die Punktrichter gab es in den einzelnen Sektionen genug zu tun und unserem Horst Retzlaff gingen die Markierungstangen aus, da sich so manch einer der „Normalos“ seinen Weg durch den Stangenwald fräste. Die „Ver-besserten“ schlugen sich souverän. Nur Uwe Nebelung hatte Pech, weil der Defektteufel ihm den Allradmodus raubte. Die Zeitprüfung gewann Marian in seiner grünen „Kampfsau“.

Für die Team Trophy – dem Tages-Highlight, wurde eine Steilpassage mit Haarnadelwende ausgewählt, an der sich drei Teams mit jeweils zwei Fahrzeugen versuchten. Mein erster Gedanke war: viel Arbeit für den Greifzug; mein zweiter: das dauert Stunden!
Das Team Menzel/Adelmann katapultierte die Fahrzeuge jedoch den Hang hinauf. Von wegen Greifzug! In der „Haarna-del“ wurden die Fahrzeuge nacheinander durch Muskelkraft und Ausdauer der Besatzungen sowie exzellentes fahrerisches Können herumgehebelt. Und schließlich: abwärts ging es ganz bestimmt, aber nicht so einfach, wie man denkt! Im Endab-schnitt des Parcours bestand die Gefahr, seitlich abzustürzen. Deshalb wurden die Fahrzeuge durch Seitensicherung mit Hilfe eines Greifzuges stabilisiert.
Das Team Mehlitz/Frommhagen war noch schneller. Sie verzichteten sogar auf die Seitensicherung. Das Pfeffer/Nebelung-Team trug nur den halben Triumph davon. Markus Pfeffer bewältigte den Parcours problemlos, Uwe Nebelung in seinem gebeutelten Niva mußte abbrechen. Abends wurde es dann am Lagerfeuer gesellig, gemütlich und spät.

Gute Leistungen mußten auch belohnt werden, deshalb fand am Sonntagvormittag die Siegerehrung statt. Die Vertreter des Lada-Werkes und unsere Lada-Niva-IG-Repräsentanten tauschten herzliche Worte und nette Presente. Auch unsere Spon-soren – Fa. Taubenreuther, Fa. Jürgen Gaa, K&S Autoteile, Fa. Lada Automobile, Fa. Heym, Fa. Maas, Blausteiner Reise-büro/Lada-Welt, Fa. Olaf Vogel u. a. – waren freigebig und stifteten Pokale und großzügige Tombolapreise für die Teil-nehmer des Treffens.
Interessierte hatten im Anschluß an die Tombola noch die Gelegenheit, an einer geführten „Entdeckungsreise“ durch den Steinbruch – der durch die Archaeopterix-Funde berühmt wurde – teilzunehmen. Unsere Suche nach Fossilien war nicht von Erfolg gekrönt, einige kleinere Plattenkalkstücke zieren jetzt aber unser trautes Heim.

Fazit: Wir haben die Teilnahme und den weiten Weg nach Langenaltheim nicht bereut, im Gegenteil! Die unkomplizierte und herzliche Art des Umgangs miteinander schätzen wir sehr. Aber es kann nicht immer alles perfekt sein. Bei der Pla-nung der „Örtlichkeiten“ wurde die gesunde Verdauung der Teilnehmer unterschätzt ... .

Wir möchten uns bei Familie Adelmann für die Organisation und Vorbereitung dieses Treffens sehr bedanken und freuen uns schon aufs „Siebte“ im nächsten Jahr!

Eine pannenarme Zeit & wegsames Gelände wünschen Euch

Dörthe & Marco


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Anmerkungen der Redaktion: 6. Internationales Lada-Niva-Treffen 11.-13.06.2004

Ergänzung zum Bericht von Dörthe und Marco

In den Wettbewerben wurden folgende Platzierungen erreicht und mit Pokalen belohnt:
Trial – Serie:
1. Platz Bernd Glaeske
2. Platz Wenke Salut
3. Platz Peer Horn
4. Platz Henry Anseel
5. Platz Horst Retzlaf
6. Platz Christof Ungethüm
Trial – verbessert:
1. Platz Marcus Pfeffer
2. Platz Matthias Mehlitz
3. Platz André Frommhagen
Zeitprüfung
1. Platz Marian Menzel
2. Platz Lionel Adelmann
3. Platz Matthias Mehlitz
Team Trophy:
1. Platz: Team Mehlitz/Frommhagen
2. Platz: Team Menzel/Adelmann
3. Platz: Team Pfeffer/Nebelung
Des weiteren wurden folgende Pokale vergeben:
Weiteste Anreise: Hannelore Homfeld, gestiftet von „www.blausteiner-reisebuero.de“
Schönster Niva: Marcus Pfeffer, gestiftet vom IG-Mitglied Olaf Vogel
Pechvogel-Pokal: Manfred Wagner, gestiftet von L. und M. Adelmann
Ältester Niva: Marcus Pfeffer, gestiftet von Jürgen Gaa

Für jeden Teilnehmer am Niva-Treffen gab es eine Urkunde von der LN-IG und ein Präsent von Lada Automobile GmbH, vertreten durch Herrn Nezhin.

Jeder Teilnehmer an den Wettkämpfen erhielt aus der Hand von PR-Direktor Herrn Yegoshin eine Urkunde von AVTOVAZ – Togliatti.
Anläßlich des 5-jährigen Bestehens der Lada-Niva-IG Deutschland wurde der Vize-Präsident der AVTOVAZ-AG Herr V. N. Kutschaj zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ernennungsurkunde und eine gravierte Ehrentafel wurden Herrn Yegoshin zur Weitergabe an den Vize-Präsidenten überreicht.

Besonderer Dank geht an :
Unsere Sponsoren Lada Automobile GmbH, Fa. Taubenreuther, Fa. Heym, K+S-Autoteile, Fa. Maas, Fa. Jürgen Gaa, Blausteiner Reisebüro / Ladawelt und Fa. Olaf Vogel für die großzügigen Spenden.
Des weiteren an den Off Road Park Langenaltheim, Herrn und Frau Steil, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben. Herrn Steil war es ein Anliegen, den Gästen auch die geschichtliche Seite des Areals näher zu bringen,
und auch an alle Mitglieder, die uns vor Ort tatkräftig unterstützt haben.

Manfred Adelmann


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Feedback – von Frank Langohr

Für das 6. Lada Niva Treffen hatten sich die Organisatoren wieder einiges einfallen lassen und mit dem Offroad Park Langenaltheim ein gelungenes Gelände gefunden.
Es gab ausreichende Herausforderungen für unsere Nivas, vom Serien- bis zum Wettbewerb – Niva war alles vertreten. Nach gemischten Wetterverhältnissen an dem Wochenende fand jeder seinen Platz zum „Spielen“.

Als besondere Gäste konnten Herr Yegoshin von AVTOVAZ – Togliatti und  Herrn Nezhin von der Lada Automobile GmbH begrüßt werden, die mit großem Interesse die Niva Szene
In Deutschland und Europa beobachten.
Besonders die Gerüchte um die Produktion um den alten und neuen Niva wurden hier heiß diskutiert. Mit besonderem Stolz erfüllt die Lada Niva IG natürlich dass die „Aktion Rettet den NIVA“ mit dazu beigetragen hat dass über die Weiterproduktion des 2121 Nivas neu verhandelt wurde. Der Weltweite Aufschrei nach den Gerüchten um den Produktionsstop
hat die Verantwortlichen dazu bewogen die Produktion „vorerst“ nicht einzustellen.*

Das gelungene Treffen wurde durch die Tombola am Sonntag morgen abgerundet.
Die Dank der Sponsoren mit interessanten Preisen bestückt war, besonders der neue Sponsor die Fa. Taubenreuther  hatte gleich einen der Hauptpreise gestiftet, der Kompressor
im Wert von etwa 250,-€ ging an Henry Anseel.

Da das Treffen diesmal im Süddeutschen Raum stattfand ist angedacht es im nächsten Jahr
In den Norden Deutschlands zu verlegen. Unter dem Motto „ Back to the Roots“.
(„zurück zu den Wurzeln“, der Sinn der Lada Niva IG soll wieder im Vordergrund stehen).

Über Unterstützung in jeder Hinsicht freut sich „EURE“ Lada Niva IG.

Frank Langohr
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Der kleine Russe auf den Spuren der Steinbeißer   - von Dominik Pudelski -

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Lada Niva Interessen Gemeinschaft haben Lionel und Manfred Adelmann wieder zu einem Treffen unter Gleichgesinnten gerufen. Dieses Mal wurde als Veranstaltungsort der Off Road Park Langenaltheim ausgewählt.
Am Anreisetag fanden sich bereits am frühen Vormittag mehrere Ladas mit ihren Besatzungen auf dem Gelände ein. Mehr oder weniger gestresst durch die Anreise, wurden gleich die Neuigkeiten über die Gefährte ausgetauscht. Auch kamen die bekannten Schwächen und Vorzüge immer wieder zur Sprache, um schlussendlich zu der eindeutigen Entscheidung zu gelangen, dass man den kleinen Russen lieben oder hassen muss. Wobei ersteres die vorherrschende Meinung der Teilnehmer war.
Samstagmorgen bewiesen dann endlich mehrere Nivabesatzungen, dass das wendige, kleine Auto nicht nur auf der Strasse zu gebrauchen ist. In der Serienklasse und in der Klasse der Verbesserten wurde um Punkte in einem Trial Francaise gekämpft. Dabei zeigten sich, bedingt durch die raschen Wetterwechsel die verschiedenen Gesichter des Kalksteinbruchs sehr deutlich. Auf der einen Seite die unglaublich griffigen Steinstufen, welche nahezu alle Arten von Steigungen befahrbar machten. Auf der anderen Seite waren die überfluteten, lehmigen Wasserkuhlen und Auffahrten, die teilweise selbst mit viel Schwung nur sehr schwer zu meistern waren.
Nachmittags kamen dann die Freunde der schnelleren Gangart ebenfalls auf ihre Kosten. Es galt einen Rundkurs auf den losen Steinplatten möglichst schnell zu absolvieren. Waren vorher die Diesel Ladas in manchen Situationen besser, so hatten die zahlreichen Benziner nun klare Vorteile. Speziell die Rennnivas, die von ihren Besitzern des Öfteren auf Vierstundenrennen eingesetzt werden hatten eine Menge Spaß. Hier bewährten sich die aufwendigen Fahrwerksumbauten mit Doppeldämpfern und die Tuningmaßnahmen, die den Motoren bis über 110 PS bescherten. Bei all den Rennboliden kam jedoch auch der Spaß der Teilnehmer mit den Serienfahrzeugen nicht zu kurz, bei denen manche beachtliche Ergebnisse erzielten.
Gegen Abend stand schließlich das High Light des Tages auf dem Programm. Bei der Trophy hatten die Veranstalter eine Sektion der diesjährigen Steinbeißer-Trophy ausgewählt, die in nur leicht abgeänderter Form von Zweierteams durchfahren werden musste. Dabei konnte man eindrucksvoll feststellen, dass mit einem guten Fahrer und vier kräftigen Helfern ein Lada Niva aus nahezu jeder brenzligen Situation zu befreien ist, die andere Geländewagen nur mit Hilfe einer Winde schaffen.
Bevor am Sonntag die allgemeine Abreisestimmung Einzug hielt, fand noch die Siegerehrung statt. Dabei wurden neben den Wettbewerbssiegern auch noch andere „Leistungen“ prämiert. So wurde die weiteste Anreise einer Teilnehmerin ebenso prämiert, wie der schönste und der älteste Niva, der zugleich souverän den Trial der verbesserten Fahrzeuge gewann. Bei der Siegerehrung war auch eine zweimannstarke Delegation aus dem russischen Werk anwesend, die den Teilnehmern neben Urkunden und Prämien auch bereitwillig Auskunft gab, wie es mit dem Lada Niva bzw. dem neuen Lada Niva weiter gehen wird.
Abschließend kann man sagen, dass dank der hervorragenden Organisation, netter Leute und eines schönen Geländes wieder einmal ein super Treffen zustande kam, das Sehnsüchte nach einer Wiederholung weckt.